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| Da ist ein Dorf in der ferne..( Pasagen aus einem Manuskript) -1- |
Autor: Guven2003 Datum: 12-15-07 23:36
Die unerfüllten Wunschzettel...
Ein Kind zu sein in einem Dorf war alles andere als langweilig.
Gleich früh am Morgen klopften meine Freunde bei uns ans Tür.
Sie wissen das um diese Zeit mein Opa nicht zu Hause ist. Er hatte es sich zu Gewohnheit gemacht jeden Morgen mit dem Ruf des Muezzins zum Morgengebet ins Moschee, und anschließend ins Kaffe zu gehen um dort mit seinen Freunden cay zu trinken. Er war nicht gerade beliebt bei den Kindern im Dorf. Obwohl er doch ihnen nichts getan hatte, fürchteten sie sich vor ihm.
Vielleicht war es sein nachdenklicher und von Kummer heimgesuchter Anblick, dass bei den Kindern für eine gewisse Abschreckung sorgte. Auch wenn er sich nach außen verschlossen gab, war er ein sehr nachsichtiger und hilfsbereiter Mensch. Die Männer vom Lande, wie mitfühlend und teilhabend sie auch waren, empfanden das Zeigen der Gefühle als eine Art Schwäche. Ein Mann muss autoritär und konsequent sein sagte immer mein Opa. Wenn er die Autorität zu Hause verliert, dauert es nicht mehr lange bis er zum Gespött aller wird. Das waren harte Worte. Jedenfalls für uns Kinder. Denn wir waren die ersten in der Liste die davon zu spüren bekamen wenn die großen aus irgend einen Grund ihr Dampf ablassen mussten.
Die Tür machte meistens meine Mutter auf.
-Ist der Güven da ?
-Ja, aber er wird wohl noch schlafen. Was wollt ihr denn von ihm?
-Wir wollten fragen ob er spielen kommt.
Behutsam und mit ihren sanften Händen durch meine Haare streichend weckte sie mich auf.
- güven, mein lieber junge, schläfst du noch? Es ist Zeit zum aufstehen. Deine Freunde sind am Tür. Sie fragen ob du mit zum Spielen rauskommen darfst. Aber vergiss nicht, bevor du raus gehst musst du noch frühstücken.
Ihr liebevolles Lächeln ist das erste was ich an diesem Tag sehe. Für einen Kind meines Alters kann es nichts schöneres geben als ein warmes liebevolles lächeln einer Mutter.
Schnell wird mir warm ums Herz und wir schauen uns einige Augenblicke lang an. Ich wünschte diese Momente könnte ich verewigen, so das es nie vorbei zieht. Einige Augenblicke, die schon ausreichten ihr Lächeln für immer in mein Gedächtnis zu prägen. Meine noch halb geschlossene Augen reibend richte ich mich auf und weile noch ein paar Sekunden, bevor ich klar denken kann.
Mit etwas mühe zerre ich mich aus dem Bett, wie ein Schlafwandler zum Fenster hin, stecke meinen Kopf heraus und sehe sie da stehen. Meine Freunde, schlicht gekleidet, mit ihren geflickten Hosen, Plastik Schuhe an den Füßen und in der Hand einen Drachen. Sie stammten genau wie ich aus bescheidenen Verhältnissen. Keiner wurde wegen seiner Kleidung und Verhältnisse verpönt. Entweder verstanden wir uns und wurden Freunde, oder auch nicht.
Es war ein Geflogenheitsprinzip, das man wenn man an einer fremden Tür klopfte einige Meter zurücktritt und wartete bis es einem geöffnet wurde.
Es waren drei meiner Freunde, mit dem ich meistens zusammen war. Zu Linken stand „servet“, den wir wegen seiner Taub und Stummheit „rara“ nannten. Ich weis nicht mehr warum wir ihn diesen Rufnamen gegeben hatten. Wahrscheinlich, weil er keinen anderen Laut von sich gab als „rarara“ mit dem er versuchte mit uns zu kommunizieren. Es war sehr schwierig für uns sein Anliegen zu verstehen. Aber auch für ihm, es uns klarzumachen. Doch irgendwie klappte es aber immer. Mit der Zeit hatten wir ein Gespür dafür entwickelt und verstanden sofort was er uns sagen wollte, was er mochte und was nicht.
Mit den Händen, armen und Gesichtsausdrücken versuchte er sich verzweifelt auszudrücken. Und wenn diese Methoden nicht ausreichten wurde er wütend und schrie wild um sich rum. Es konnte auch mal passieren das er handgreiflich wurde und ohne langen zögern einfach zum praktischen überging und sich durchsetzte. Er war unser Freund, aber trotzdem fürchteten wir uns vor ihm.
Mit gutem Grund.
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| Re: Da ist ein Dorf in der ferne..( Pasagen aus einem Manuskript) -1- |
Autor: Guven2003 Datum: 03-08-08 23:25
@Woodstock
Rufe Google auf; Schreibe " Die unerfüllten Wunschzettel"
Da findest du weitere folgen !
Viel Spaß. |
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| Re: Da ist ein Dorf in der ferne..( Pasagen aus einem Manuskript) -1- |
Autor: Guven2003 Datum: 03-08-08 23:32
ps.
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