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ohne fahne niemals nicht
Autor: CrossBergBoy
Datum: 06-16-06 19:25

ohne fahne niemals nicht
von WIGLAF DROSTE

Der Berliner Stadtbezirk, in dem ich lebe, hat schon eine Menge ausgehalten: Polizeiaufmärsche in Mehrtausendstärke, vollmundige Verbalrevolutionäre, Myriaden von Stinkschwaden erzeugenden Grillteufeln im sommerlichen Park, einfallende Journalisten von der Sorte, die Peter Handke völlig zu Recht als "Zeitungsratten" bezeichnete. Gegen solche Plagen wirkt eine Fußballweltmeisterschaft geradezu läppisch. Die peinliche Beckenbauerei erregt hier kaum ein Gemüt, man weiß, was von der Sache zu halten ist: Der Fußball ist Vorwand für eine eigenlobgesättigte Selbstabfeier, Kot und Spiele werden serviert. Notorisch wird von der Liebe zum Fussball gesprochen; wer aber wie Beckenbauer oder Kerner im Prostitutionsgewerbe tätig ist, sollte auch von Prostitution sprechen und nicht von Liebe.

Das WM-Kucken in Kreuzberg vollzieht sich indes angenehm lässig. Massenveranstaltungen überlässt man der Massenveranstaltungssorte Mensch, die sich an der Straße des 17. Juni oder im Treptower Park halbnackt aneinander reibt und das Eigengegröl so lange als so genannte Lebensfreude empfindet, wie es medial dafür ausgegeben wird. Die Berliner Provinzblätter feiern die eigentlich bedauernswerte Tatsache, dass die zu Klumpen geballten Schreihälse einander bisher nicht vom Antlitz der Erde entfernten, als Beweis für die Zivilisiertheit des Menschengeschlechts und schwärmen von einer friedlichen Entspanntheit, die in der Stadt zuletzt anlässlich Christos Reichstagsverhüllung geherrscht habe. Was es aber mit diesem Verpackungsschwindel auf sich hatte, brachte der Dichter Peter Hacks in sieben Worten für immer gültig auf den Punkt: "Ein Irrer wickelt Lappen um ein Haus."

Das alles gibt es in Kreuzberg nicht, hier ist die Lage nicht organisiert entspannt, sondern im Gegenteil wirklich ruhig. Gebrüllt wird kaum, man trifft kultivierte Menschen wie den fußballlibidinösen Verleger Bittermann, der aus Franken stammt und deshalb keinen Parkplatz, sondern einen "Barkblatz" sucht. Flip-Flopper flip-floppen geschmeidig übers Trottoir, von der Ethnie her ist so ziemlich alles aufgeboten, was auf der Erde Platz findet, alle Welt lässt einander gutmütig in Frieden.

Ulkig wie so häufig allerdings ist der deutsche Türke. Seine Fußballer, kompetent im Schlechtverlierenkönnen und also Schlagen und Treten von Schweizer Kollegen und so gesehen auch dem blasierten Buchabschreiber Feridun Zaimoglu sehr ähnlich, dürfen 2006 nicht mitspielen. Der Türke, auch der eingedeutschte, kommt notfalls ohne alles aus, vielleicht sogar, unter Schmerzen, ohne Schnurrbart - niemals aber ohne Fahne. Also hängt er, statt der verschämt versteckten pommesrotweißen türkischen, trutzig die schwarzrotsenfige deutsche Fahne hoch - über den schwitzenden Döner, den er auch bei 32 Grad im Schatten feilhält. Feuilletonisten sehen darin einen Fortschritt und raunen von gelungener Integration, Holzauge, die Schiene. Dabei geht es den Nationalerkrankten jedweder Provenienz immer nur um eines: Eine Fahne, eine Fahne, notfalls irgendeine, aber ohne Fahne können sie nicht leben. Gehirn wurscht, aber Fahne muss sein - so liebt der Beckenbauerdeutsche seine Türken.

taz vom 16.6.2006, S. 20, 105 Z. (Kommentar), WIGLAF DROSTE
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: soete
Datum: 06-17-06 10:00

Junge,Junge. Das trifft wieder mal ins Schwarze
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: Pluto2003
Datum: 06-17-06 21:11

Das die taz gegen jede Form von Nationalstolz anstinken muß, ist ja klar. Denen wären im Zweifel
türkische Fahnen lieber gewesen.
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: CrossBergBoy
Datum: 06-17-06 22:50

Diese Tendenz kann ich in dem Artikel eigentlich nicht erkennen.

Der gute Wiglaf hat es mal wieder auf den Punkt gebracht. Eine witzige und zutreffende
Zustandsbeschreibung des Mikrokosmos' Kreuzberg.
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: Niendorf
Datum: 06-18-06 11:02

:-)
Komisch dass der hiesige deutsche genau dem nacheifert...

Pluto, hast vollkommen Recht...ich würde nur auf die Regenbogenfahne tippen...
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: soete
Datum: 06-18-06 12:29

Pluto, lies doch erst einmal was der gute Herr Droste da schreibt
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: nacci
Datum: 06-19-06 17:02

Ulkig wie so häufig allerdings ist der deutsche Türke. Seine Fußballer, kompetent im
Schlechtverlierenkönnen und also Schlagen und Treten von Schweizer Kollegen und so gesehen auch dem
blasierten Buchabschreiber Feridun Zaimoglu sehr ähnlich, dürfen 2006 nicht mitspielen. Der Türke,
auch der eingedeutschte, kommt notfalls ohne alles aus, vielleicht sogar, unter Schmerzen, ohne
Schnurrbart - niemals aber ohne Fahne. Also hängt er, statt der verschämt versteckten
pommesrotweißen türkischen, trutzig die schwarzrotsenfige deutsche Fahne hoch - über den
schwitzenden Döner, den er auch bei 32 Grad im Schatten feilhält. Feuilletonisten sehen darin einen
Fortschritt und raunen von gelungener Integration, Holzauge, die Schiene. Dabei geht es den
Nationalerkrankten jedweder Provenienz immer nur um eines: Eine Fahne, eine Fahne, notfalls
irgendeine, aber ohne Fahne können sie nicht leben. Gehirn wurscht, aber Fahne muss sein - so liebt
der Beckenbauerdeutsche seine Türken.




was wollt ihr eigentlich?
könnt ihr euch mal entscheiden?

es hieß mal die türken distanzieren sich nicht vorm terror!
daraufhin sind tausende türken in köln rumgelaufen, haben gegen den terror demonstriert!
sie haben mit ihren fahnen gezeigt "wir türken sind gegen diesen terror"

hat man es ihnen gedankt?
nein es hieß " die tüken schwenken ihre fahnen nur um in die eu zu kommen!"





jetzt heißt es, die türken leben in deutschland, warum können sie nicht mit uns feiern und sich mit
uns freuen!

machen sie es heißt es " türken kommen ohne fahne nicht aus, bevor sie gar keine fahne halten,
halten sie lieber die deutsche!


man kanns euch einfach nicht recht machen!
bei den juden wars nicht anders

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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: CrossBergBoy
Datum: 06-19-06 17:07

Vielen Dank, dass du den guten Text noch mal nach oben gedrückt hast.
Zu diesem Thema antworten

Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: soete
Datum: 06-19-06 17:44

man kanns euch einfach nicht recht machen!
bei den juden wars nicht anders



soll das heißen, dass Du den Juden auch nichts rechtmachen konntest?

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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: nacci
Datum: 06-20-06 12:15

kennst du die rassistische geschichte deines landes nicht?
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: CrossBergBoy
Datum: 06-20-06 14:34

Du hast immer noch nicht erklärt, wieso du es uns und den Juden nicht recht machen kannst.
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: nacci
Datum: 06-20-06 17:07

sach mal schwuchtel bist du sötes anwalt?
wieso forderst aussgerechnet DU etwas von mir, wo du doch bei jedem beitrag von mir den schwanz
einziehst?

ich glaube mal nicht das deine behinderten schwulen gene dir in den kopf gestiegen sind!
folglich weißt du auch welch rassistische geschichte dein land besitzt!
folglich weißt du auch das die juden es euch nicht recht machen konnten!
wenn du dich extra so behindert darstellst, bitteschön!
habe nichts dagegegen wenn du mir zeigst wie verblödet du bist!
das bestätigt nur meine aussagen!


übrigens schwuchtel konnten wir es den juden sogar sehr gut "recht machen"
vergiß nicht, das wir eines der humanen länder waren, die die juden aufgenommen haben und das wissen
dieser menschen geschätzt haben und nicht wie ihr vergast haben!
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: soete
Datum: 06-20-06 17:33

Anstatt Crossy hier immer zu beleidigen solltest Du mal innehalten und über Dich selbst nachdenken,
Du bist die Letzte hier die sich über andere erheben kann.
Du merkst ja noch nicht einmal was für dummes Zeug Du da zusammenschreibst
Zu diesem Thema antworten

Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: CrossBergBoy
Datum: 06-20-06 19:55

Danke.

@NAcCcI
>>wo du doch bei jedem beitrag von mir den schwanz einziehst?

Wieso schreibst du so schamlos bei mir ab?
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: ThinkThink
Datum: 06-21-06 22:59

Ich kenne und liebe die Bücher von Emine Sevgi Özdamar. Nachdem ich den sogenannten "Türkenkrieg"
in den Feuilletons verfolgt habe, habe ich jetzt auch Herrn Zaimoglus Roman "Leyla" gelesen. Bei
der Fülle an Übereinstimmungen in der Wahl des Sujets, der Konstruktion und weitgehend wörtlich
übernommener Metaphern hätte man in der Schule sofort eine sechs wegen Abschreibens kassiert. Aber
die deutsche Öffentlichkeit, besonders das deutsche Feuilleton sträubt sich mit allen Kräften, das
Offensichtliche wahrzunehmen, nämlich, dass Frau Özdamars Roman "Das Leben ist eine Karawanserei"
während Herrn Zaimoglus "dreimonatigem Schaffensrausches" auf dessen Knien gelegen haben muss. Wie
kommt es zu dieser wundersamen kollektiven Erblindung? Die abstrusesten Erklärungsversuche werden
unternommen, um wegzuleugnen, was man nicht wahrhaben will. Tanten tauchen aus dem türkischen Nebel
der Vergangenheit auf, bald werden auch die Onkel kommen, ein "gemeinsamer kultureller Fundus"
wird beschworen, als seien die Türken ein kleiner Eingeborenenstamm am Rande der Wüste, als hätten
wir es hier mit zwei Märchenerzählern zu tun, die die gemeinsamen Geschichten und Mythen ihres
Volkes von Lagerfeuer zu Lagerfeuer tragen und nicht mit einer Schriftstellerin, die einen Roman
geschrieben hat und einen weiteren Schriftsteller, der ihre Geschichte einfach abgeschrieben hat.
Wie kommt es zu dieser folkloristischen Verniedlichung? Herr Zaimoglu scheint ein so tiefes
Bedürfnis der deutschen Öffentlichkeit zu befriedigen, dass man ihn zu einer bedrohten Art erklärt.
Ein Provokateur und Bürgerschreck, der an rechten Knöpfen schraubt. Um größtmögliche Wirkung bemüht,
radikalisiert und verzerrt er seine Figuren, die er aus eigener Anschauung nicht kennt. Der Vater
aus "Das Leben ist eine Karawanserei" mutiert so beispielsweise zu einem fundamentalistischen
Monster. Frau Özdamars sensible Innenschau der Charaktere hat hier ausgedient. Diese Gröbstzeichnung
soll das öffentliche Bedürfnis nach Rache an den zu lange verzärtelten Immigranten befriedigen.
Aufgrund seiner Herkunft ist Herr Zaimoglu das rechte Vehikel, um endlich die zu lange unterdrückten
Ressentiments zur Ader zu lassen. Er ist bereit, jede Überzeugung für ein Stück Öffentlichkeit
fahren zu lassen. Den skrupellosen Blick immer auf den eigenen Erfolg gerichtet, kostet es ihm
nichts Frau Özdamar aus- und abzuschlachten. Vertreter des Feuilletons, wie Herr Hubert Spiegel sind
hierbei seine willigen Vollstrecker. In seinem FAZ Artikel vom 10. Juni bezeichnet er Frau Özdamar
als "Eroberin" und Herrn Zaimoglu als "Vollstrecker". Die Wortwahl erreicht Riefenstahlsche
Höhen. Die nächste Plünderung wird auch schon vorbereitet, indem er das "Wohnheim" aus Frau
Özdamars Roman "Die Brücke vom Goldenen Horn" zum legitimen Schauplatz für Zaimoglus geplante
Fortsetzung von "Leya" erklärt.
Und alle schauen zu. Zurück bleiben nur ein paar Flecke auf der Netzhaut.

Thomas Huber
http://www.literaturkritik.de/public/mails/leserbriefe.php?brief=579
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: ThinkThink
Datum: 06-21-06 23:01

Monika Maron schrieb in der FAZ (12.06.06) folgendes:

"Und jetzt entnehme ich in der Zeitung, daß Emine Sevgi Özdamar, inzwischen eine bekannte
Schriftstellerin, ihre ganze Poesie und Lebenserfahrung, ihr Talent und ihre Intelligenz von
Zaimoglus Tante aus dem türkischen Frauenwohnheim in der Stresemannstraße hat, wo türkische Frauen
ihre türkischen Lebensgeschichten Emine offenbar in den Block diktiert haben, so wie Feridun
Zaimoglus Mutter sie ihrem Sohn vierzig Jahre später aufs Band gesprochen haben soll. Es geht also,
so verstehe ich es, gar nicht um Literatur, um Sprache und Bilder, um das rätselhafte Gemisch aus
Erfindung und Wirklichkeit, um den Kosmos der einen erlebenden und schreibend verdichtenden Person,
sondern es geht um türkische Allerweltsgeschichten, die jeder schreiben könnte, wenn er nur damals
in den sechziger Jahren lange genug bei Zaimoglus Tante in der Stresemannstraße gesessen hätte".
Zu diesem Thema antworten

Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: RHIZOME
Datum: 06-22-06 13:45


...lachhaft... Wiglaf Droste wäre der letzte, der sich mit solch einem FAschogesindel wie soete und
cbb solidarisch zeigen würde.
Zu diesem Thema antworten

Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: CrossBergBoy
Datum: 06-22-06 15:11

Ach Frusttante, was soll denn der Neid?

Nur weil er ein Linker ist, muss er doch Türken gegenüber nicht blind sein.
Die Zeiten sind vorbei.
Zu diesem Thema antworten

Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: nacci
Datum: 06-22-06 15:48

Anstatt Crossy hier immer zu beleidigen solltest Du mal innehalten und über Dich selbst nachdenken,
Du bist die Letzte hier die sich über andere erheben kann.
Du merkst ja noch nicht einmal was für dummes Zeug Du da zusammenschreibst


was sülzt du denn schon wieder?

über was soll ich nachdenken?
bist mal wieder gut im ablenken!
weißt keine antwort und verdrehst es deshalb ganz schön!
dummes zeug?
welcher satz denn genau?

wetten von dir musch kommt mal wieder keine antwort
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Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: soete
Datum: 06-22-06 16:15

nacci, dummes Zeug bei jeder sich bietenden Gelegenheit


ThinkThink, Thread verwechselt?
Zu diesem Thema antworten

Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: nacci
Datum: 06-22-06 17:17

halloooooooooooooooooooooooo
du sollst die frage beantworten!

nochmal für dich:

WELCHER SATZ SOLL DUMMES ZEUG SEIN?
Zu diesem Thema antworten

Re: ohne fahne niemals nicht
Autor: soete
Datum: 06-22-06 17:37

nacci, dummes Zeug bei jeder sich bietenden Gelegenheit

Zu diesem Thema antworten

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